Über uns

Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Montag, November 20, 2006

Kurznachrichten


¡Vete por alli, hijo de puta! (+++zensiert+++)

Am Sonntag besuchten wir ein Fußballspiel von Teneriffa gegen Xerez (sprich Cheres). Kristian, unser fussballbegeisterter Däne, hat das organisiert. Mit dabei waren Jeanne, Doro und ihr Freund Thomas, der gerade zu Besuch war, und wir zwei. Nachdem Doros Freund nicht spanisch spricht, haben wir uns in einem Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und Spanisch unterhalten, was gar nicht so einfach ist! Mareike sagte kurzfristig ab, weil ihr Bauch aus Sorge um ihre Angehörigen Probleme machte. Wir waren schon um 2 Uhr dort, obwohl das Spiel erst um 4 begann. So bekamen wir zum einen sehr gute Plätze und zum anderen hatten wir noch Zeit für einen kleinen Stadtspaziergang und einen Kaffee. Das Spiel war recht spannend, nachdem bereits in der 5. Minute das erste Tor fiel – leider gegen Teneriffa. Die Mannschaft erjagte sich dann einige gute Chancen, aber leider wollte es nicht sein und schließlich gelang Xerez sogar noch ein zweites Tor (5 Minuten vor Ende). Obwohl Teneriffa also 0:2 verloren hat, war es ein gutes Spiel (zumindest, wenn man österreichische Maßstäbe anlegt). Außerdem war es lustig, die kanarischen Mamas und Omas fluchen zu hören (siehe Überschrift). Danach gingen Doro, Thomas und wir zwei noch zu Mareike um sie ein wenig aufzumuntern.

Fuga de San Diego (San-Diego-Schwänztag)

Die Woche begann mit einem Uni-freien Tag. Ganz erklären konnte uns das zwar keiner, aber irgendwie wird hier der Heilige Diego von Studenten und Schülern mit gemeinschaftlichem Schwänzen gefeiert. Klarerweise hieß das für Hans , dass er trotzdem auf Uni musste, weil an diesem Tag sein Hals-Nasen-Ohren-Praktikum begann. Und das begann auch wirklich und war noch dazu am ersten Tag recht fad. So hatte Hans eine gewaltig anstrengende Woche, weil er jeden Tag um 8 Uhr schon auf der Uni sein musste. Das heißt um 7.15 Uhr mit dem Bus bei uns weg, weil in der Früh immer ziemlich viel Stau ist. Danach hatte er Vorlesungen und abends bis 19.00 Uhr wie üblich die Lehrveranstaltung "Sexualidad humana", was auch nicht wenig anstrengend ist. Dazu noch 3x pro Woche im Anschluss HAPKIDO, wo Hans eh meist zu spät gekommen ist, und danach auch noch das eine oder andere, was noch beschrieben wird. Maria hätte die Möglichkeit gehabt, zu einer Chuletada zu gehen, das ist eine Grillparty. Glücklicherweise hat sie sich dagegen entschieden, weil, nach dem was ihr danach erzählt wurde, das ganze in ein Massenbesäufnis ausgeartet war. So hat sie sich lieber mit Arbeiten am Computer beschäftigt, was um einiges produktiver war.
Doro war mit ihrem Freund nach Gomera gefahren, was uns schon einen Vorgeschmack auf Dezember gab, wenn Doro dann endgültig nicht mehr da ist. Wir fanden es gar nicht schön!!!


Malas noticias (Schlechte Nachrichten)

Am Dienstag war das Praktikum von Hans schon interessanter, weil er bei einer OP zuschauen konnte, wo eine Ankyloglossie (Zunge am Mundboden festgewachsen) korrigiert wurde. Gemeinerweise meinte Hans dann, dass das für einen Kanaren eh nicht so schlimm sei, weil der die Zunge ja nur sehr selten einsetzt. Die Anästhesistin, die über dem OP-Gewand eine gelb-braun-bunte Bluse trug und statt einer OP-Mütze ein Kopftuch aufhatte, nähte während der Operation farbenfrohe OP-Mützen. Maria war auf der Uni und erlebte das seltene Ereignis, dass ihre Vorlesung tatsächlich stattfand. Danach traf sie sich mit Jeanne beim Sportinstitut um für Kristian, der ja vormittags in der Klinik ist, die Einschreibung für HAPKIDO zu machen. Dann gingen sie gemeinsam gleich einzahlen (bei der einen Bank in der Stadt, wo man das machen kann), um danach wieder am Computer zu werkeln. Am Abend wollten wir mit Jeanne gemeinsam eine Kleinigkeit kochen (Nudelsalat, als Nachspeise Obstsalat) und danach einen Film anschauen. Noch während des Kochens rief Mareike an, dass ihre Mutter schlechte Nachrichten erhalten hatte und so machten wir uns auf den Weg um ihr ein wenig beizustehen. Ihre Mutter hatte vor 2 Jahren ein Melanom (Hautkrebs), seither war jedoch immer alles in Ordnung gewesen. Die Eltern haben Mareike dann hier auf Teneriffa vor einigen Wochen besucht und ihre Mutter hat dann bemerkt, dass ein Lymphknoten in der Leiste zu spüren war. Wieder daheim beim Arzt, wurde ihr gesagt, dass der vorsichtshalber entfernt werden muss. Die Warterei nach der Entfernung war klarerweise nervenaufreibend. Und dann erhielten sie jetzt auch noch die Nachricht, dass der Lymphknoten tatsächlich bösartig verändert war. Jetzt muss der Leistenbereich großräumig ausgeräumt werden, was schon Donnerstag passieren soll. Danach kommt Chemo, Strahlen,... Mareike wusste natürlich nicht, was sie machen soll, ob sie nachhause fliegt, bzw. wann,... Wir wünschen jedenfalls auf diesem Wege der Mutter von Mareike gute Besserung!!!

Concierto en el Blues-Bar (Konzert in der Blues-Bar)

Maria war wieder einmal umsonst auf der Uni, weil die Vorlesung wieder entfiel. Angeblich schreibt die Professorin gerade an einem Buch und ist deshalb so im Streß. Die Vorlesungen sollen auch irgendwann nachgeholt werden. Hans sah in seinem HNO-Praktikum viele interessante Fälle, unter anderem eine Nasenseptum-Perforation. So etwas bekommen normalerweise Leute, die Kokain schnupfen. In diesem Fall war es aber ein älterer Mann mit Diabetes, der einen Cortison-hältigen Nasenspray nimmt. Hans meinte, dass das möglicherweise zusammenhängen könnte und fragte Bea, die ja Pharmazie studiert, ob das sein könnte. Am Abend bestätigte sie ihm das auch, woraufhin Hans mindestens 3cm gewachsen ist. Am Abend trafen wir Bea nämlich in der Blues-Bar, wo eben Ana-Mayra, die Freundin von Bea, mit einer brasilianische Gruppe auftrat. Mareike, Kristian und Jeanne waren auch noch mit von der Partie. Die Gruppe war wirklich sehr gut. Zum einen klingt portugiesisch sehr schön, zum anderen hatten sie ein geniales Rhythmusgefühl. Mareike teilte uns mit, dass sie am Freitag nachhause fliegen wird, zumindest einmal für die Zeit, wo ihre Mutter jetzt im Spital ist.

Lluvia y Paella (Regen und Paella)

Am Donnerstag schüttete es den ganzen Vormittag wie aus Kübeln. Nachdem die Tage davor "Tiempo del Sur" mit "Calima" vorgeherrscht hatte, wechselte das Wetter damit wieder auf kühl und feucht. "Tiempo del Sur" heißt "Wetter des Südens" und gemeint ist damit das Anströmen von heißer Luft aus der Sahara. "Calima" ist der Wüstenstaub, der im Wind mittransportiert wird, und der regelrechten Nebel verursachen kann. Von La Laguna aus war Santa Cruz nicht mehr zu sehen und in Santa Cruz, meinte ein Studienkollege, konnte man nur ein paar Meter weit sehen. Viele Leute bekamen auch Probleme mit Asthma oder mit trockener Haut, gleichzeitig wurde natürlich auch die Wäsche ganz schnell trocken!. Jedenfalls war am Donnerstag dieses Wetter vorbei und Hans kam waschelnass an der Uni an. Zum Empfang drehte die HNO-Professorin dann auch gleich die Klimaanlage an, weil es doch so eine Hitze habe. Gott sei Dank wurde Hans danach nicht krank. Im Laufe des Vormittages trocknete er doch auf. Maria schriftelte währenddessen wieder eifrig an ihrem Exkursionsbericht, den sie am nächsten Tag abgeben wollte.
Am Abend wollten wir alle bei uns kochen und essen um Mareikes letzten Abend gemeinsam zu verbringen. Wir hatten uns für Paella entschieden, weil das recht einfach geht. Mareike konnte gar nicht glauben, dass sich auch Kristian an den Herd stellte. Dann tauchte schließlich noch unser Mitbewohner Dani auf und wir überredeten ihn, sich zu uns zu setzen und mit uns zu essen. Er steuerte dann auch noch selbstgemachte Mojo-Sauce von seiner Mutter bei (mmmmmmmhhh!!!!) und es wurde ein sehr netter Abend. Etwas später kamen auch noch Doro und ihr Freund dazu, die gerade von Gomera zurückgekommen waren.


Tapas (Heißt eigentlich Deckel, gemeint ist hier natürlich das Essen!)

Am Freitag gings für Maria wieder in die Cañadas, diesmal zu den Roques de Garcia. Es war wie immer sehr interessant. Die Landschaft hier ist einfach gewaltig. Die Gruppendynamik war aber diesmal etwas weniger gut, es waren zuviele Ausländer (4) im Verhältnis zu Inländern (6). Es wurde über alte Vulkanformen gesprochen, die von neuen Lavaströmen umflossen werden, über vulkanische Gesteine, über die Vegetation, die sich das neue Land dann erobert,... Einfach toll. Hans war am Freitag schon ziemlich müde und so war es ganz gut, dass es beim Praktikum etwas aufregender zuging. Dort wurde nämlich ein Patient, der an der Nase operiert worden war, beim Aufwachen unruhig. Er hat furchtbar geschimpft und geschrien. Dann begann er auch um sich zu schlagen und zu treten, sodass er festgehalten werden musste. Hans hielt ihn an den Füßen und war leider genau in der Bahn, als der Patient Blut ausspuckte. Schließlich schafften sie es aber doch, ihm (dem Patienten, nicht Hans!) ein Beruhigungsmittel zu geben bevor er sich die Kanüle herausreißen konnte.
Nach der Hapkido-Stunde gingen wir gemeinsam mit Doro, ihrem Freund und Jeanne in eine Tasca bei uns um die Ecke. Wir mußten auch gar nicht lange auf einen Tisch warten (was hier sonst durchaus üblich ist) und aßen dann Tortilla, Chorizo, Gebratene Paprika, Hühnchen, Tomaten... und tranken dazu einen sehr guten kanarischen Wein.


Gatito (Kätzchen)

Am Samstag haben wir in Santa Cruz insgesamt ca. 20 Hotels und Pensionen abgeklappert, um passende Quartiere für Papa, Mama und Tante Grete zu finden. Abends hatten wir wieder Sprachkurs, und danach machte Hans den schweren Fehler, eine Katze auf der Straße zu streicheln. Diese war sofort sehr zutraulich und legte sich schließlich schnurrend auf Jeanne’s Schoß. Daraufhin kam ein Spanier daher, der uns erklärte, dass diese Katze ursprünglich Studenten gehört hatte, die sie auf die Straße gesetzt hatten, als sie ausgezogen waren. Jetzt hatten wir natürlich gar keine Chance mehr. Wir mussten die Katze einpacken und einen passenden Platz für sie finden. Die erste Station war Doro’s Wohnung. Dorthin mussten wir die Katze nicht einmal tragen, sie lief uns von selbst nach, nachdem wir sie ein bisschen gerufen hatten. In Doro’s Wohnung bekam sie dann Thunfisch, Milch und Wasser, wobei sie vor allem großen Durst zu haben schien. Nach langer Beratung und einem Telefongespräch hatten wir schließlich einen neuen Wohnort für unser Sorgenkind gefunden: Bei Emilio’s Eltern in Icod de los Vinos. (Emilio ist Jeanne’s Mitbewohner.) Die Nacht verbrachte die Katze in Doro’s Wohnung ruhig schlafend auf dem Sofa, nachdem wir noch ein Katzenklo aus einer Schachtel und Lavaschotter von der Straßenbahnbaustelle improvisiert hatten.

Icod de los Vinos (Icod de los Vinos)

Am Sonntag waren wir mit Emma, David, Doro, Jeanne und Jelca bei Emilio’s Eltern in Icod eingeladen. Jelca kommt aus Deutschland und arbeitet hier als Au-Pair bei einer spanischen Familie. Die Hinfahrt bedeutete für Hans eineinhalb Stunden Horror, weil er die ehrenvolle Aufgabe hatte, die Schachtel mit der Katze darin zu tragen und dafür zu sorgen, dass das Tier nicht aus der Schachtel herauskommt. Die Katze unternahm auch immer wieder Fluchtversuche, die wir jedoch erfolgreich abwehren konnten, und schließlich behielt Hans einfach eine Hand in der Schachtel, um die Katze zu streicheln und weitere Ausbruchsversuche schon vorher zu verhindern. Schließlich übergab sie sich noch auf Hans‘ Hand und in die Schachtel, war danach aber ziemlich ruhig. Das letzte Stück legten wir mit dem Taxi zurück und erfuhren von Emilio, dass dessen Eltern noch gar nichts von ihrem Glück wussten! Mit einem flauen Gefühl im Magen öffneten wir dann auf der Terasse die Schachtel und die Katze konnte heraus. Sie war sofort wieder zutraulich und begann, ihr neues Zuhause zu inspizieren. Auch Emilio’s Eltern hatten kein Problem mit einem weiteren Mitbewohner, hatten sie doch schon einige Vögel, Fische und einen Hund, der sich auch schnell mit der Katze anfreundete. Nun konnte auch Hans den Ausflug genießen. Vor dem Essen unternahmen wir einen Spaziergang über eine Wasserleitung, die den Hang entlang vom Haus weg in die Natur führt. Es war unglaublich schön dort. Alles war grün, die Luft war sauber und wir genossen die Ruhe. Als Vorspeise aßen wir Mandeln direkt vom Baum. Auf dem Rückweg rutschte Maria auf dem nassen Wasserleitungsrohr aus und verletzte sich am Knie. Glücklicherweise war aber nichts schlimmes passiert und Jeanne, die ohnehin schon etwas Angst vor dem engen Weg hatte, hatte nichts mitbekommen. Wieder beim Haus angelangt, lag die Katze schon ganz entspannt auf der Gartenmauer, als ob sie nie woanders gelebt hätte. Bald war auch das Essen fertig. Es gab gegrillte Würstchen, gegrillten Fisch, frittierten Fisch, Kartoffeln, Mojo und Weißbrot. Das Essen war wirklich fantastisch und Emilio’s Eltern, seine Freundin und er selbst waren sehr, sehr nett. Später gingen wir noch an den Strand. Das Wasser war relativ frisch und die Wellen ziemlich hoch, aber das machte das Schwimmen erst so richtig lustig! Nach einem Eis und einem Kaffee traten wir die Heimfahrt an.

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