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Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Montag, Oktober 30, 2006

Organisación Increíble en la Universidad (Unglaubliche Organisation an der Universität)

Der Montag verlief relativ unspektakulär. Wir haben gelernt bzw. etwas für die Uni getan. Am Vormittag sollte eigentlich Hans‘ Lehrveranstaltung “Endocrinología Ginecológica y Anticoncepción” (für Nicht-Spanisch-Sprecher und Nicht-Mediziner: gynäkologische Hormonlehre und Verhütung) beginnen. Die Angaben nach Lehrveranstaltungsverzeichnis lauteten so: Mo 16.- Fr. 20.Okt, 9-10 Praxis, 18-19.15 Theorie in der Aula 6. Tatsächlich begonnen hat es am Mo 23 Okt., wobei sie an der Information sagten, dass das erste Mal keine Praxis sei und es erst am Nachmittag beginne. Im Endeffekt gibt es bei dieser Lehrveranstaltung gar keine Praxis und sie dauert von 16.00 bis 18.15. Außerdem fand die Vorlesung in der Aula 3, nicht 6, statt. Es ist eher wie eine Vortragsreihe, wo pro Tag mindestens 3 Leute zu diversen Aspekten wie z.B. Schwangerschaftsdiabetes sprechen. Im Vorlesungsverzeichnis stimmte also bis auf den Titel der Lehrveranstaltung nichts. Das hatte aber auch sein Gutes: Aufgrund der kleinen Änderungen konnte Hans auch zum Hapkido mitkommen, wo wir wieder ordentlich mit Bauchmuskelübungen und Liegestützen gequält wurden. Etwas später rief Jeanne noch an, ob sie vorbeikommen könne, um ihre Hausübung auf unserem Laptop zu schreiben. Mit einigen Hindernissen (Computerabsturz und alles noch einmal von vorne) und vereinten Kräften bannten wir eine Seite spanischen Textes schlussendlich doch auf dem Computer. Die Nachbesprechungsphase dehnte sich dann noch bis spät in die Nacht aus...

Die schlechte Organisation auf der Uni bekam dann auch Maria am nächsten Tag mit, als sie wieder einmal auf ihre “Geomorfología Volcánica” (Vulkanische Geomorphologie) wartete. Es tauchte schließlich noch eine andere Studentin auf, die sagte, dass heute nix sei. Auf die Frage ob morgen die Vorlesung stattfinde, meinte sie: “Wahrscheinlich schon.” Maria hatte am Campusgelände ein Programmheft mit allem möglichen kulturellen Angebot in der CajaCanarias gefunden, das sie sich während der Wartezeit zu Gemüte führte und schließlich auch mit nach Hause nahm Für Vergessliche oder jene, die erst später Blogleser wurden: Die CajaCanarias ist eigentlich eine Bank, die aber in einer Filiale in Sta. Cruz eine Kultureinrichtung betreibt. Von Montag bis Freitag wird da jeden Abend etwas anderes geboten: Ballett, Kammermusik, Indischen Tanz, Musik aus aller Herren Länder, eben die Filme, die jeden Montag gezeigt werden, Kindertheater,...
Maria verzog sich dann wieder in die Bibliothek (Auch das B ist schon fertig!), ging auf dem Heimweg einkaufen (Paprikaspeck gibt es hier auch – mmmmh!) und werkelte daheim dann noch etwas an dem Exkursionsbericht.
Hans war wieder bis abends auf der Uni und war erstaunt, wie kaltblütig Ärzte über Abtreibung sprechen können. Auf spanisch sprachen sie bei der Vorlesung von “die Schwangerschaft wird entfernt” und nicht “ das Kind oder der Embryo”. Auch wenn bei der Frau aus Unachtsamkeit bei der Kürettage der Uterus durchstochen wird, ist das für manche immer noch ein Grund zu sagen: “Ach ja, sowas ist uns doch schon allen passiert” und dabei zu lachen.
Abends hatten wir uns mit Emma, David, Sophie, Johanna, Doro und Jeanne verabredet, um gemeinsam einen Film anzuschauen. An der Universität wurde nämlich eine Woche lang jeweils um 20.30 Uhr eine Reihe von Filmen gezeigt, die gemeinsam haben, dass “Historias Cruzadas” (sich kreuzende Geschichten) darin vorkamen. “Happiness”, so hieß der Film, handelte vom Bild der perfekten amerkanischen Familie, hinter dessen Fassade sich Dramen abspielten (Vater zweier Kinder vergewaltigt zwei derer Schulkollegen, dessen Schwiegereltern lassen sich scheiden weil der Mann keinerlei Gefühle mehr empfinden kann, ... Immer, wenn man dachte, man wüßte, was sich in der nächsten Szene Schreckliches ereignen würde, kam es noch schlimmer). Keine leichte Kost, aber trotzdem gut.

Auch am Mittwoch war Maria wieder umsonst auf der Uni, diesmal wartete sie aber mit mehreren Studenten. Darunter waren auch zwei Studentinnen, die auch bei den Exkursionen dabei sind. Besonders Ione (spanische Variante von Yvonne) ist sehr nett und informierte mich, dass am Freitag die geplante Exkursion zum Pico Viejo entfalle, weil Schlechtwetter angesagt war und das Unterfangen daher zu gefährlich sei. Sie bot Maria von sich aus an, die Telefonnummern auszutauschen, um sie informieren zu können, wenn Lehrveranstaltungen verschoben werden oder entfallen. Wirklich sehr freundlich!
Hans kam diesmal etwas zu spät zum Hapkido, was den Trainer zur Frage bewog: Was ist mit Hans? Hat er genug von mir? Hier muss angemerkt werden, dass dazu anfangs wirklich Grund gewesen wäre: Er nahm ständig Hans als Demonstrationsobjekt. Der Trainer selbst ist nicht allzu groß und meinte dann immer: Hans kann das gar nicht weh tun, er ist doch so viel größer und schwerer als er. Am besten waren eigentlich die Aussagen “dolor solo es dolor” (Schmerz ist nur Schmerz) und “tu tienes que acostumbrarte al dolor” (du musst dich an den Schmerz gewöhnen). Er erklärte uns die Übungen kaum und wirkte alles andere als freundlich. Mittlerweile hat sich seine Einstellung jedoch gewandelt. Wir meinen, dass liegt daran, dass er gesehen hat, dass wir wirklich konsequent 3x pro Woche kommen und auch daran interessiert sind, etwas zu lernen. Jetzt ist es wirklich lustig mit ihm!
Auf dem Heimweg pfiff uns ein kalter Wind um die Ohren und so luden wir Emma (David musste lernen), Doro und Jeanne bei uns auf eine Heiße Schokolade ein, die wir mit unseren Futtervorräten etwas ausdehnten.

“El Camino” (Der Weg)

Donnerstags vormittag hatten wir beide Sprachkurs bei May, eine recht anstrengende Generalwiederholung mit Texverständnis und einigen saublöden Übungen. Danach machte sich Hans gleich auf den Weg zur Uni während Maria sich schnell noch einen Salat zubereitete, um danach mit Jeanne in Bibliothek zu gehen. Nach einiger Zeit wurde Maria müde (-> Kaffee) und Jeanne hungrig (-> mitgebrachtes Brot) uns so gingen sie in die Cafeteria. Sie kamen von einem Geprächsthema zum anderen und plötzlich war es halb sechs (wer hatte da bloß an der Uhr gedreht???). Vor der Bibliothek stand ein Blutspendebus und Jeanne hatte schon zuvor gemeint, dass sie gerne wieder einmal Blut spenden möchte. Sie rang sich dann tatsächlich auch dazu durch. Auch Hans traf dann auf seinem Nachhauseweg von der Uni zu den beiden und wollte ursprünglich auch Blut spenden. Sein Puls war aber zu hoch (ging natürlich auch nach dem Warten nicht runter, wenn man einmal gesagt bekommt: “ Dein Puls ist zu hoch”, dann beruhigt man sich natürlich nicht) und so wurde schließlich nur Jeanne zu Ader gelassen. Wir fuhren dann gemeinsam mit dem Bus nachhause.
Hans erzählte währenddessen, dass ihm sein Koordinator über Arno ein Buch zukommen gelassen hatte. Es handelte sich um das “Regelwerk” der schon vorher einmal erwähnten religiösen Organisation. Mehr dazu gibt’s in Emails oder am Telefon. Jedenfalls ist es unfassbar, dass der Autor inzwischen ein Heiliger ist!
Am Abend sahen wir uns wieder gemeinsam einen Film aus der Reihe “Historias Cruzadas an. “Caricias”, ein Werk eines spanischen Regisseurs, handelt von den Menschen in einer Großstadt (Barcelona), die unfähig sind, miteinander zu kommunizieren und sich so ständig gegenseitig Schaden zufügen. Maria gefiel der Film nicht so schlecht, Hans meinte, es gäbe bessere, das lag vielleicht aber auch an seiner Stimmung: Besagte Lektüre, sowie ein unreflektiertes Loblied auf die hormonelle Verhütung in der Vorlesung am Nachmittag...


Natilla (Pudding)

Der Freitag verlief sehr angenehm. Hans hatte sich in der Gyn-Vorlesung getraut, eine Frage zu stellen. (Nicht lachen: Das ist gar nicht so einfach! Man muss eine Frage zu einem wissenschaftlichen Thema so formulieren, dass nicht der volle Hörsaal einen Lachkrampf bekommt, und der Professor auch weiß, wovon man redet!) Die Lehrveranstaltung am Nachmittag bestand wieder aus einem Lobpreis auf Pille, Hormonpflaster, Vaginalring und Co., aber sie dauerte diesmal nicht so lang.
Maria hatte eine längerdauernde Schrecksekunde, als am Vormittag das CD-Rom-Laufwerk ihres Laptops nicht mehr funktionierte, aber nach einigen Reinigungsritualen konnte sie es wieder besänftigen. Wir opfern ihm jetzt einfach jeden Tag einen Korb voll Strom und eine halbe CD. Sonntags eine ganze. Hugh!
Nach dem Hapkido trafen setzten wir uns noch mit Jeanne und Doro auf einen selbstgemachten Schoko- und Vanillepudding zusammen. Wir diskutierten noch einige Zeit wichtige wissenschaftliche Fakten und neue Forschungsergebnisse (Ja, sicher! Was glaubt ihr denn?)

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