Über uns

Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Es ist schwierig, immer einen passenden Titel zu finden!

Hablar y charlar (Reden)

Am Mittwoch kochten wir bereits recht früh und aßen schon um 11.30 zu Mittag, um danach zur Uni aufbrechen zu können. Schon alle Sachen in der Hand, erinnerte sich Hans im letzten Moment daran, dass er diesen Mittwoch ja frei hatte, da “Día de la Facultad” (Tag der Fakultät) war. So nutzte er den Nachmittag um zu lernen. Maria ging wieder zu ihrer Vorlesung, vorsichtshalber bereits eine halbe Stunde früher. Plötzlich tauchten aber völlig fremde Studenten auf und verschwanden in dem Raum, in dem eigentlich die Vorlesung stattfinden sollte. Nach einiger Zeit kam doch noch ein zweiter Geographie-Student, der offensichtlich genauso uninformiert war wie Maria. Jedenfalls begann er mit ihr zu reden wobei Maria rund 15% vom Gespräch verstand. Es war also eher ein Monolog. Inhaltlich war mitzubekommen, dass er sich über die Bedingungen an der geographischen Fakultät beschwerte. Er sprach sehr schnell und mit diesem fiesen kanarischen Akzent – es war recht frustrierend. Maria stellte im Anschluss daran die Theorie auf, dass sich auch Kanaren untereinander bzw. Spanier mit Kanaren zum Teil schlecht verstehen, so undeutlich wie die sprechen. Abgesehen davon, hat auch unser Mitbewohner gesagt, dass er den Ruf hat undeutlich zu sprechen und es soll auch Professoren geben, die selbst Spanier nicht verstehen. Insofern also doch wieder nicht so frustrierend.
Am Nachmittag setzte sich Maria wieder in die Bibliothek wo sie sich diesmal mit Jeanne verabredet hatte. Leider mussten sie dringend über Gott und die Welt sprechen und das arbeiten musste dann um so schneller erledigt werden. Das “A” hat Maria jetzt jedenfalls fertig (fleissige Tagebuchleser wissen, was damit gemeint ist). Um 5 kam Hans noch dazu, weil wir eigentlich noch zum AlCampo gehen wollten. Es war dann aber schon zu spät weil ja bereits um 7 Hapkido begann. So kauften wir nur schnell beim Alteza um die Ecke ein und frönten dann wieder der sportlichen Ertüchtigung.
Im Anschluss hatten wir uns dazu verabredet ins Café7 zum Erasmusler-Treffen zu gehen. Dort war es noch recht nett und Maria stieß schließlich sogar auf eine Erasmus-Geographin, Miriam aus Leipzig. Von ihr erfuhr sie von einer Lehrveranstaltung die ausschließlich aus Exkursionen besteht und am Freitag beginnen sollte. Maria beschloss, am nächsten Tag zur Professorin zu gehen und zu fragen, ob sie daran teilnehmen könne. Nach ausgiebigem interkulturellen Austausch (neben unseren nördlichen Nachbarn war beispielsweise auch Mario, die Finnin wieder dabei) begaben wir uns wieder nach Hause.



La profesora esta llamando (Die Frau Professor telefoniert)

Am Donnerstag musste Hans wieder ganz normal zur Uni. Auch Maria begab sich zur Geographie-Fakultät, um eben Frau Prof. ??? Concepcion zu fragen, ob sie bei den Exkursionen mitfahren darf. An der Tür stand “Sprechstunden: Donnerstag, 11-14.00 Uhr”. Nachdem es genau 11.00 Uhr war, dachte Maria, dass passt genau, klopfte an, fand Frau Prof. am Telefon vor und wartete dann draußen. Jedesmal wenn sie an der Tür vorbeikam, hörte sie Frau Prof. telefonieren. Schließlich fragte sogar die Putzfrau (die dort übrigens sehr freundlich ist): ¿A quién estas esperando mi niña? (Auf wen wartest du, mein Kind?). Nach einer Stunde musste Maria zur Putzfrau sagen: Sie telefoniert immer noch. Um ca. 13.00 Uhr wurde es ruhiger im Büro, und Maria dachte sich: “So, jetzt aber!” und klopfte wiederum, um die Professorin wiederum telefonierend anzutreffen. Diesmal zuckte diese aber ganz schuldbewusst zusammen, sagte: “Sofort!” und in den Telefonhörer “Mama, ich muss jetzt aufhören!”, um dann Maria ausgesprochen freundlich zu empfangen. Es war ihr gewaltig peinlich und sie meinte, nachdem nur einmal angeklopft worden sei, dachte sie, Maria wäre wieder gegangen und dann hatte sie ein zweites Gespräch begonnen. Jedenfalls meinte sie, dass es überhaupt kein Problem sei, wenn Maria an den Exkursionen teilnehmen möchte und erklärte, dass die erste bereits am folgenden Tag stattfinden würde. Bis jetzt hatte Maria also mit den Professoren auf der Uni praktisch ausschließlich gute Erfahrungen.
Danach traf Maria noch Rachel und Fabien an der Bushaltestelle. Die beiden studieren Linguistik (Spanisch-Französisch) und haben wohl auch einen recht großen Arbeitsaufwand. Das System hier gleicht sehr einer Schule, was sich beispielsweise auch an folgender Episode zeigte. Rachel und Fabien kamen zu einer Unterrichtseinheit 5 Min. zu spät (bedingt durch den starken Frühverkehr und den dadurch verspäteten Bus), woraufhin der Prof. meinte, dass das nächste Mal die Tür zu sein werde, wenn sie zu spät kämen, und sie dann wieder heim gehen könnten. Sind sie denn unmündige Teenager oder Studenten, die für sich selbst Verantwortung tragen müssen?
Der Sprachkurs am Nachmittag war recht angenehm und beinahe entspannend, weil wir einige spanische Lieder anhörten und den Text dazu analysierten. Im Anschluss gingen Hans, Dorothea und Jeanne noch laufen, weil ihnen 3 mal pro Woche Sport eindeutig zu wenig ist.



La Excursion (Die Exkursion)

Am Freitag machte sich Maria bereits um halb 9 auf den Weg zum Campus Guajara (keine Ahnung, ob wir das jemals erklärt haben: Es gibt hier verschiedene Campus-Gelände, die zum Teil recht weit voneinander entfernt sind: Campus Anchieta mit Bio, Physik, Chemie,...; Campus Central mit Pädagogik, Sprachen,...; Campus Guajara mit Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften, Psychologie, Philologie, Geographie und Geschichte,... und dann noch das Spital mit der Medizinischen Fakultät). Dort sollte nämlich der Bus abfahren. Schlussendlich waren wir rund 10 Personen, davon ein Erasmus-Student aus Graz (ja, das ist möglich – und Maria hat sich grün und blau geärgert, dass sie das nicht früher erfahren hat!), Miriam aus Leipzig, 2 Spanier (Idaphe und Ephraim) und ein paar Spanierinnen (Idaira, Maria-José, ???) die in einen riesigen Bus (32 Plätze?) einstiegen. Wir fuhren rund 1 ½ Stunden über den Süden (Santa Cruz – Los Christianos) nach Santiago del Teide. Dort begaben wir uns ins Gelände und wir mussten zuerst einfach nur beschreiben, was wir sehen. Das war gar nicht so einfach, denn Vokabel wie Hang, Mulde,... sind doch nicht unbedingt der Standardwortschatz. Aber die Professorin war sehr bemüht, alle mit einzubinden. Für Maria war es einfach perfekt. Sie konnte gratis mit dem Bus quer über die Insel fahren, bekam die Landschaft erklärt und lernte so nebenbei Fachvokabular. Die Exkursionsgruppe ging nur ein kleines Stück den Hang hinauf um oben an einem wunderschönen Aussichtspunkt anzukommen, der einerseits die Sicht auf das Teno-Massiv mit den Inseln Gomera und La Palma im Hintergrund und andererseits auf den Teide erlaubte.
Nur ganz kurz ein kleiner “geographisch-wissenschaftlicher” Exkurs: Das Ziel der Exkursion lag genau an der Kontaktlinie zwischen altem und neuem Vulkanismus. Das Teno-Massiv entstand ungefähr zur gleichen Zeit wie die Alpen und ist daher auch schon von Wind und Wetter “angenagt”. Es gibt tiefe Einschnitte wie beispielsweise die Schlucht von Masca und man kann an den Anschnitten deutlich die Schichten der einzelnen Eruptionen erkennen. Hingegen ist die Inselmitte von sehr jungem Vulkanismus geprägt, die Ausbrüche gehen bis in historische Zeit (1909 war der letzte auf Teneriffa). Die Landschaft ist noch kaum verwittert, es gibt praktisch keine tiefen Gräben, aber auch noch wenig Vegetation. Dazwischen liegt das Tal von Santiago. Ursprünglich war es wohl auch ein Barranco, ein sehr tiefer und steiler Einschnitt. Dann sperrten Lavaströme das Tal ab und vom Teno-Massiv wurde verwittertes Material eingeschwemmt bzw. stürzte von den Bergen in das Tal. Dadurch konnte sich dort ein recht guter Boden entwickeln, der zumindest früher auch stark landwirtschaftlich genutzt wurde.
Oben bei diesem Aussichtspunkt genossen wir gemeinsam unsere Jause und spazierten wieder gemütlich zurück zum Bus. Auf dem Weg dorthin bemerkte Maria, dass es doch ganz schön anstrengend ist, sich den ganzen Tag zu konzentrieren um der spanischen Sprache folgen zu können und die entspannende Heimfahrt mit dem Bus kam ihr sehr gelegen. Kaum im Norden angekommen begann es zu nieseln, und dieses Nieseln entwickelte sich bis Icod de los Vinos zu einem richtigen Regen, der bis La Laguna anhielt.
Nachdem wir nur einen Schlüssel besitzen, musste Maria direkt zum Hapkido gehen (obwohl es inzwischen eigentlich eh Spaß macht – aber psst, nicht weitersagen). Und nachdem die anderen neugierig waren, wie es Maria auf der Exkursion ergangen war und nachdem wir uns sowieso schon so lange nicht mehr gesehen hatten, beschlossen wir, uns noch kurz in der Zumeria zu treffen.



??? (Erasmus-Eintopf, wos waas i, wia deis auf spanisch hoaßt!?)

Am Samstag trafen wir uns um 9.00 Uhr mit Mareike auf dem Markt an der Plaza del Adelantado, da wir am Tag zuvor beschlossen hatten gemeinsam zu kochen. Es war gar nicht so einfach, die passende WG dafür zu finden. Bei uns ist zwar genug Platz und wir haben auch passendes Kochgeschirr, aber dafür kaum Teller, bei Jeanne ist die Küche relativ klein,... Es stellte sich schließlich heraus, das es wohl am besten bei Doro wäre. Dann gab es noch die Frage zu klären, was wir kochen wollten. Es musste einfach in großer Menge zu machen sein. Wir einigten uns auf Gemüseintopf und darum kauften wir eben gemeinsam mit Mareike am Vormittag am Markt Zucchini-ähnliche Stacheldinger, Karotten, Tomaten, Süßkartoffeln, Kräuter und Paprika. Am Abend schnippelten wir alles klein, andere steuerten noch Kartoffeln, Kürbis, Kichererbsen, Zwiebel und Knoblauch bei. Das ganze kam in einen großen Topf, Suppenwürfel und Gewürze dazu (Cumin, Salz, Pfeffer, Thymian, Mayoran, Rosmarin) und wurde gekocht. Nebenbei fabrizierten wir noch eine kanarische Nachspeise, so etwas ähnliches wie Grieskoch, das mit Rosinen vermischt und kaltgestellt wird. Johanna kam etwas später und steuerte Getränke bei und nach dem Essen schauten auch Rachel und Fabien noch vorbei. Die beiden hatten einen himmlischen Kuchen mit Eis-Fülle und ein paar kleine Nachspeisen-Häppchen aus der Konditorei mitgebracht. Schließlich konnten wir uns kaum noch bewegen und beschränkten uns aufs tratschen und Musik-Hören. Später rief noch Arno an, ob wir nicht noch mit ihm fortgehen wollen. Maria zog es vor, etwas früher ins Bett zu gehen, Hans ließ sich zwar überreden, blieb aber auch nicht ewig. Die beiden wollten in ein Lokal namens “depende” gehen, in das Hans aber nicht hineingelassen wurde, weil er Flip-Flops anhatte! Es gibt hier nämlich bei vielen Bars die eigenartige Sitte, das man (als Mann) weder mit Turnschuhen, noch mit Sandalen das Lokal betreten darf. Warum auch immer. Das haben wir noch nicht herausgefunden.


Playa del Socorro y El Rosario (Playa del Socorro und El Rosario)

Am Sonntag hatten wir uns um viertel vor 11 bei Jeanne verabredet. Emilio, der Mitbewohner von Jeanne kommt aus Icod de los Vinos und hatte sich bereit erklärt, mit uns an den Strand zu gehen und dann eine kleine Wanderung von einem Dorf zum anderen zu unternehmen. So wanderten wir mit Jause und Handtüchern ausgerüstet zur Busstation, wo noch Mareike und Dorothea zu uns stießen. Gemeinsam fuhren wir zum Playa del Socorro (Socorro heißt Notfall). Der Strand ist sehr schön und sauber, die Landschaft rundherum traumhaft, nur für uns Nordlichter war etwas zu wenig Schatten. Der Strand trägt seinen Namen aber nicht von ungefähr, es herrscht nämlich eine ziemlich starke Strömung, die man auch schon zu spüren bekommt, wenn man nur bis zu den Knien im Wasser steht. Trotzdem genossen wir die sehr hohen Wellen und plantschten ausgiebig. Besonders Jeanne und Hans waren fast nicht mehr aus dem Wasser zu bekommen. Danach stiegen wir nochmals in den Bus und fuhren weiter nach El Rosario. Das ist echt ein kleiner Geheimtipp. Dieser Ort ist von oben und von den Seiten nicht einsichtig und es gibt drinnen auch keine Straßen mit Autos sondern nur Wege. Der Ort ist sehr gepflegt mit vielen Blumen und frisch gestrichenen Häusen. Das ganze am Steilabhang zum Meer mit den rauschenden Wellen – wir fühlten uns wie im Urlaub. Jeanne und Doro hätten auf dem Weg fast noch eine junge Katze eingepackt, die sich sehr über Spielkameraden menschlicher Art gefreut hat. Emilio zeigte uns auf dem Weg ein verfallenes, schönes altes Haus, dass sein “Traumhaus” wäre. Ein großer leerstehender Hof, direkt an der Küste ohne Autoverkehr, dort ließe es sich bestimmt aushalten. Wir gelangten schließlich an die nächste Siedlung, wo wir auf Emilios Empfehlung unter anderem Pulpos con Vinagreta (oder so ähnlich) also Tintenfisch mit Essig, Öl, Paprika,... probierten. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach La Laguna.

Kommentare:

Anke D. hat gesagt…

Oooh, wann geht es denn endlich weiter?

Schöne Grüße von Mami von Jeanne

Sonntag, 29.10.2006 18.45 h

Anonym hat gesagt…

Wie ihr seht, habt ihr fleissige Leser :)