Über uns

Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Ereignisreicher Wochenbeginn

La Empatronización (Die Meldung [am Meldeamt])

Der Sonntag war ein reiner Faultag für uns: Wir standen am frühen Nachmittag auf, gingen ins Internet-Café, und danach spazierten wir noch gemütlich durch die Stadt.

Die neue Woche begann zunächst nicht besonders erfolgreich: Für unsere Anmeldung im Ayuntamiento (Rathaus) brauchten wir außer einem mehr als A3 großen Formular noch eine Bestätigung, dass wir wirklich in unserer Wohnung wohnen. Eine solche ließen wir uns auch von Jesús unterschreiben. Sie war nur leider nicht genug, da Jesús nicht in La Laguna gemeldet ist. Hans hatte außerdem morgens einen Anruf von Justo erhalten, dass er eine wichtige Mitteilung hätte, und dass Hans ihn bitte vor den Vorlesungen noch aufsuchen solle. Leider hatte der Guagua aber so viel Verspätung, dass Hans erst nach dem Beginn der Vorlesung am Campus ankam. Er ging also nicht zur HNO-Vorlesung, sondern fand Justo in der Cafetería, wo dieser ihn für den Dienstag zu einer “charla” (Gesprächsrunde) über die Anthropologie des Glücklichseins bei ihm zuhause einlud.
Später hatten wir wieder Sprachkurs, und May empfahl uns, das mit der Anmeldung überhaupt sein zu lassen, da die Vergünstigungen nicht der Rede wert seien und die Rennerei um die “Discuentos” jedesmal sehr aufwendig sei.
Abends gingen wir dann wieder kämpfen und danach setzten wir uns noch gemütlich mit Jeanne und Doro in einer Zumería zusammen. Eine Zumería ist ein Saftladen – nein, nicht in der abwertenden Bedeutung. :-) Man sucht sich die Früchte aus, die man in seinem Saft haben will, und, ob man ihn als “Zumo” (mit Wasser bzw. pur) oder als “Batido” (Milchshake) möchte. Ein Gesprächsthema waren auch die kulinarischen Eigenheiten unserer Herkunftsländer, was dazu führte, dass wir uns für den Dienstagabend zu “Boansterz” und Zwetschkenkuchen bei uns verabredeten.

La Charla (Die Gesprächsrunde)

Maria hatte am Dienstag wieder ihre Vorlesung über vulkanische Geomorphologie und ging danach zum Alcampo, um Zutaten für den Kuchen einzukaufen. Die Geo-Professorin war ziemlich erkältet und kam mit einiger Verspätung. Diese holte sie dann mit erhöhtem Gesprächstempo wieder auf. Sie fragte anschließend Maria, ob sie diesmal zu schnell geredet hatte. Die Vorlesung selbst war aber sehr interessant, die Professorin zeigte viele gute Bilder.
Hans ging nach der Oftalmología-Vorlesung zu Justo, wo sich wenig später auch Arno und Tim, ein deutscher Medizinstudent, einfanden. Justo nahm uns dann in seinem Auto nach Santa Cruz mit. Wir (in diesem Fall Tim, Arno und Hans; Maria war nicht eingeladen) betraten ein Reíhenhaus und gingen ins Untergeschoß, wo sich eine Gesellschaft von ungefähr zwanzig Männern aufhielt. Hauptsächlich handelte es sich um Mediziner, ein Priester war auch dabei. Wir wurden zunächst ausgezeichnet bewirtet (Gazpacho, Tortilla, Pizza...), danach referierte ein Chirurg über die Anthropologie des Glücklichseins und zitierte dabei vorwiegend den spanischen Philosophen Julian Marías. Der Vortrag selbst war sehr interessant, die Bewirtung, wie gesagt, sehr gut, wir lernten interessante Leute kennen, aber ein etwas eigenartiges Gefühl blieb doch. Wir wußten bis zum Schluss nicht, um was für eine Gesellschaft es sich bei dieser Männerrunde handelte. Wir wissen jetzt nur, dass sie sich jeden zweiten Dienstag im Monat zu einer “charla” treffen. Einiges spricht für einen religiösen Hintergrund. In dem Zimmer befanden sich nämlich auffällig viele Papstbilder und der Student, der uns danach zurückbrachte, betrat vor dem Verlassen des Hauses ein Zimmer, dass sich als Kapelle herausstellte, und machte eine Kniebeuge. Ein wenig Vorsicht erscheint wohl angebracht. Der Student, der uns nachhause fuhr, bot Hans dann an, dass er sich seine Mitschriften kopieren könne. Das ist sehr erfreulich, da es viel leichter ist, auf Spanisch vorhandene Mitschriften zu ergänzen, als alles selbst mitzuschreiben. Insbesondere, wenn man Hans‘ Schriftbild in Betracht zieht... :-) Am Abend bereiteten wir dann den Germteig für den Zwetschkenkuchen vor. Maria legte sich daraufhin ein bißchen hin und Hans ging ins Internet-Café, um den zitierten Philosophen nachzuschlagen. Nach einer nicht besonders erfolgreichen Suche nach Verbindungen dieses Spanischen Gelehrten mit verschiedenen katholischen Gruppen ging Hans noch letzte Zutaten einkaufen. Schließlich kamen Jeanne, Doro und Sophie, und wir begannen, das Essen zuzubereiten. Der Sterz wurde ganz passabel (mit Schmalz wäre er natürlich besser geworden als mit Öl), und der Kuchen gelang auch gut. Später schauten wir dann noch unsere bisher geknipsten Fotos an und tratschten gemütlich. Wir freuen uns schon auf den nächsten geplanten Abend im Sinne der Völkerverständigung zu einem typisch deutschen Essen bei Jeanne, Doro oder Sophie.

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